Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Leipzig e. V.
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Wie Samariter aus ganz Deutschland gemeinsam den Ernstfall proben

Leipzig: Wozu Samariter und Samariterinnen in der Lage sind, wenn sie zusammenarbeiten, zeigte sich eindrucksvoll am vergangenen Wochenende am Strömthaler See in Leipzig.

Zur größten Übung der Geschichte des ASB reisten rund 500 ehrenamtliche und hauptamtliche Samariter aus dem gesamten Bundesgebiet an und stellten sich einer ganz besonderen Herausforderung.

In dem Szenario galt es, Verletzte aus einem havarierten Schiff zu bergen. Für diese Aufgabe war es entscheidend, dass die unterschiedlichen Einheiten eng zusammenarbeiten und sich genau abstimmen. Nachdem der Einsatzleiter Jürgen Schreiber den Einsatzbefehl durch ASB-Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch erhalten hatte, brachten sich alle Einheiten in Stellung und warteten auf Anweisungen.

Die ASB-Drohnenstaffel sondierte die Lage aus der Luft und gab die so gewonnenen Informationen an die Einsatzleitung weiter. Rettungshunde und Motorradstaffeln wurden losgeschickt, um vermisste Personen am Ufer aufzuspüren. Durch diese technische und tierische Unterstützung gelang es, die teilweise weit verstreuten Verletzten zu finden und zu versorgen. Eine wichtige Rolle spielte hierbei die Wasserrettung, die mit Tauchern unter der Wasseroberfläche nach Verletzten suchte. „Alle Verletzten wurden geborgen und jede Einheit konnte ihre Stärken gezielt einbringen“, resümierte Michael Schnatz, Referatsleiter Bevölkerungsschutz im ASB-Bundesverband.

Anschließend kamen die Verletzten in die Triage, wo sie entsprechend der Schwere ihrer Verletzung in verschiedene Kategorien eingeteilt wurden. Diese schwierige Aufgabe übernahmen die Einsatzkräfte aus dem Rettungsdienst. Insbesondere in hektischen Situationen ist es eine große Herausforderung, derart weitreichende Entscheidungen zu treffen. Hier zeigte sich erneut, wie wichtig die aus der haupt- und ehrenamtlichen Praxis gewonnene Erfahrung ist. Durch ihre gute Ausbildung und die im Alltag entwickelte Routine konnten die Einsatzkräfte die Lage richtig einschätzen und die Patienten auch unter Zeitdruck richtig einteilen.

Vom Behandlungsplatz wurden die Verletzten in die Helios-Klinik nach Leipzig gebracht. Hier wurden die Patienten versorgt und bis zum Ende der Übung stationiert. Die Mediziner waren sichtlich beeindruckt von den Leistungen der Teams für realistische Unfalldarstellung, die die Verletztendarsteller geschminkt haben. Die detailgetreue Umsetzung von Verletzungen bildete für die Samariter und Samariterinnen aus dem Rettungsdienst die Grundlage, auf der sie über erste Hilfsmaßnahmen und den medizinischen Transport entschieden haben.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Übung blieb noch ausreichend Zeit für den gemeinsamen Austausch. Bestens versorgt wurden die Einsatzkräfte durch die Feldköche, die unter Leitung von Küchenchef Erich Matthis für ausgezeichnetes Essen und eine umfangreiche Verpflegung sorgten. Neben dem Essen trug die Unterbringung zum Wohlbefinden der Samariter bei – eine Leistung, die ohne die Unterstützung durch Marion Zimmermann vom ASB Leipzig und Albrecht Scheuermann vom Landesverband Sachsen nicht möglich gewesen wäre.

Sichtlich zufrieden war auch ASB-Präsident Franz Müntefering. Bei seinem Eintreffen habe ihn niemand größere Aufmerksamkeit geschenkt, alle Übungsteilnehmer waren voll auf ihre Aufgabe konzentriert. Für ihn ein Zeichen, mit welcher Ernsthaftigkeit und Kompetenz sich die Samariter und Samariterinnen bei dieser Übung einsetzten.

Die Ergebnisse der Übung werden den ASB noch länger beschäftigen. In den kommenden Wochen wird evaluiert, wie sich Abläufe verbessern lassen und wo Potenzial für eine noch effektivere Zusammenarbeit besteht. Die Übung hat gezeigt, wie wichtig die regelmäßige Vernetzung für die bundesweite Zusammenarbeit aller Samariter und Samariterinnen ist. Die ASB-Bundesübung 2018 wird sicher nicht die letzte gewesen sein.

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