Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Leipzig e. V.
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Zweites Pflegestärkungsgesetz (PSG II)

» Infobroschüre des ASB Leipzig zum PSG II (PDF / 420 KB)

Seit dem ersten Januar 2016 gilt das vom Bundesgesundheitsministerium initiierte Zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II). Darin werden Rechte und Leistungen für pflegebedürftige Menschen neu festgelegt. Wichtige Anpassungen im Überblick:

Durch das neue Gesetz sollen Angehörige stärker bei der Pflege unterstützt werden. | Foto: ASB/Werner Krüper

Mit dem PSG II ändert sich der Blick auf pflegebedürftige Menschen. Ins Zentrum rückt nun eine ganzheitlichere Betrachtungsweise der verbliebenen Fähigkeiten des Betroffenen und damit die Frage, inwieweit ein Mensch seinen Alltag selbständig bewältigen kann und welche Hilfestellung er dazu benötigt. Demnach erhalten Pflegebedürftige zukünftig ihren Bedürfnissen entsprechende Pflegeleistungen – unabhängig davon, ob sie an körperlichen oder psychischen Erkrankungen leiden.

Neue Leistungsansprüche in fünf Pflegegraden

Das geänderte Verfahren zur Begutachtung wird zum 1. Januar 2017 eingeführt. Dann werden Betroffene nicht wie bisher in drei Pflegestufen eingeteilt, sondern in fünf Pflegegrade, entsprechend ihrem Maß an Selbstständigkeit. Viele Menschen, die neu in Pflegegrad 1 eingestuft werden, erhalten dadurch erstmals Leistungen aus der Pflegeversicherung. Auch Leistungsempfänger mit Pflegegrad IV oder V profitieren von höheren Zuschüssen. Betroffene in stationären Einrichtungen, die neu den Pflegegrad II oder III erhalten, empfangen geringere Leistungen als zuvor. Betroffene im ambulanten und teilstationären Bereich erhalten in den Pflegegraden II oder III hingegen deutlich mehr Leistungen.

Anders als bisher bezahlen Erkrankte in allen Pflegegraden den gleichen Eigenanteil in der stationären Pflege. Menschen in niedrigen Pflegegraden müssen daher künftig einen höheren Eigenanteil beisteuern als derzeit. Im Rahmen einer Bestandsschutzregelung wird aber sichergestellt, dass aktuell Pflegebedürftigen durch die Umstellung keine Nachteile entstehen.

Fokus auf Alltagsbewältigung

Ebenfalls sollen ab 2017 Leistungen in der ambulanten Pflege ausgeweitet werden. Die Pflegeversicherung übernimmt stärker als bisher unterstützende Leistungen im Alltag.

Grundsätzlich überarbeitet werden Maßnahmen der Qualitätskontrolle, die zukünftig noch mehr auf die Ergebnisqualität ausgerichtet sein soll. Dann wird überprüft, ob die Pflegeleistung tatsächlich zum gewünschten Ergebnis, der weitgehenden Selbständigkeit und Zufriedenheit des Pflegebedürftigen, führt.

Hilfestellung für Angehörige

Pflegende Angehörige erfahren nach dem PSG II größere Unterstützung durch die Pflegeversicherung. Diese übernimmt höhere Rentenbeiträge als bislang sowie die Arbeitslosenversicherung der Pflegenden.

Bereits 2016 sollen sich Beratungsleistungen für Angehörige und Betroffene verbessern. Auch müssen die Pflegekassen für Angehörige und Ehrenamtliche kostenlose Pflegekurse einrichten. Ebenfalls werden zum Jahreswechsel Maßnahmen der Prävention und Rehabilitation als Regelleistungen ausgebaut. Die Änderungen betreffen rund 2,7 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland.

Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) finden Sie hier: Bundesministerium für Gesundheit »

Kontakt

Heike Geng
Pflegedienstleiterin
Sozialstation Leipzig »

Anja Wendebaum
Pflegedienstleiterin
Sozialstation Böhlen »

Ines Fröhlich
Pflegedienstleiterin
Sozialstation Eilenburg »

Christin Aurich
Pflegedienstleiterin
Sozialstation Markkleeberg »

Website ASB-Objekt “Am Sonnenpark”