Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Leipzig e. V.
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Marion Zimmermann zu Gast im MDR-Studio "hier ab vier".

Marion Zimmermann, Geschäftsführerin des Arbeiter-Samariter-Bundes Leipzig zu Gast im MDR-Studio "hier ab vier".
Sie fordert bessere Pflegeschlüssel und die gesellschaftliche Aufwertung des Pflegeberufes.

In der MDR-Sendung "hier ab vier" wurde in der Woche vom 15.-19. Oktober zum Thema "In Würde alt werden?" diskutiert.


Marion Zimmermann stand dem Moderator Peter Imhof rund um das Thema Pflege Rede und Antwort

Stichwort: Wie hat sich aus Ihrer Sicht an der die Pflegesituation verändert?

Im vollstationären Bereich ist die Anzahl an Bewohnern mit Demenz von 30 %, vor etwa 10 Jahren, auf etwa 80 - 85 % angestiegen. Mit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz wurden die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung für Menschen mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, geistiger Behinderung oder psychischen Erkrankungen ausgeweitet. Eingeführt wurde u. a., dass Pflegeheime für Personen, die einen erheblichen allgemeinen Betreuungsbedarf im Sinne des § 45a SGB XI aufweisen, zur Betreuung und Aktivierung zusätzliche Betreuungskräfte einstellen können und dies durch leistungsgerechte Zuschläge nach § 87b SGB XI honoriert wird. Aufgabe der Betreuungskräfte ist es u.a., Betroffene in enger Kooperation mit den Pflegekräften bei alltäglichen Aktivitäten, wie Spaziergängen, Gesellschaftsspielen, Lesen usw. zu begleiten. Die personellen Voraussetzungen wurden zwar verbessert, reichen aber bei weitem nicht aus. Um z.B. einen schwer demenzkranken Bewohner zu umsorgen, ist sowohl in der Häuslichkeit als auch in der stationären Langzeitpflege meist eine 24h Betreuung (oft Einzelbetreuung) notwendig.

Stichwort: Ist der Personalschlüssel in allen Bundesländern gleich?

Der Personalschlüssel ist in den Bundesländern unterschiedlich. Sachsen steht leider im Vergleich zu anderen Bundesländern weniger gut da, d.h. dass in Bayern bei gleicher Pflegestufenverteilung mehr Personal für jeden einzelnen Pflegebedürftigen zur Verfügung steht. Hier stellt sich die Frage, ob z.B. ein Pflegebedürftiger mit Pflegestufe 2 in Bayern mehr Pflege benötigt als ein Pflegebedürftiger mit Pflegestufe 2 in Sachsen. Wir setzen uns ebenfalls für eine bessere personelle Ausstattung zum Wohl der Pflegebedürftigen ein. Zudem ist es uns ein großes Anliegen dem Negativimage des Pflegeberufes, insbesondere in Pflegeheimen, entgegenzuwirken. Auf Initiative des ASB RV Leipzig e. V. wurde eine Petition zum Thema „Altenpflege vor dem Burnout“ erarbeitet, der sich alle ASB-Verbände in Sachsen anschlossen. Dieses Positionspapier wurde medienwirksam veröffentlicht und mit Abgeordneten der Kommunal- und Landespolitik diskutiert.

Stichwort: Was sind Kriterien, auf die ich bei der Heimbesichtigung achten sollte?

- Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis
- Ambiente d. Einrichtung (wohnlicher Charakter vs. Krankenhauscharakter),
- Gibt es die Möglichkeit einer Haus- und Zimmerbesichtigung
- Können die Mitarbeiter/Innen umfassende Auskünfte geben zu: Tagesstruktur in der Einrichtung, Preisstruktur, Leistungsangebote von Hauswirtschaft, Küche, Pflege, Ergotherapie, Haustechnik),
- Können auch Informationen zu Alternativangeboten gegeben werden, wenn sich vollstationäre Pflege als ungeeignet erweist (z.B.: niedrigschwellige Betreuungsangebote),
- Werden Angehörige in die Alltagsaktivitäten (z.B. Feste für Bewohner) eingebunden
- Gibt es die Möglichkeit, im Vorfeld die Atmosphäre des Hauses kennenzulernen (Cafeteriabesuch)?
- Möglichkeiten zu Ausflügen mit Hilfsmitteln (Rollator, Rollstuhl in die nähere Umgebung in Begleitung der Angehörigen), öffentliche Aufenthaltsmöglichkeiten (z.B.: Cafeteria, Sitzgelegenheiten im Außenbereich).

Wir empfehlen das Heim immer persönlich aufzusuchen, sich mit dem Pflegepersonal, Bewohnern, Angehörigen zu unterhalten. Sinnvoll ist es, sich mehrere Heime anzuschauen und sich einen eigenen persönlichen Eindruck zu verschaffen.

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